Quinn Hughes möchte seinen Vertrag bei den Vancouver Canucks erfüllen, bevor er einen Neuanfang wagt
Oft sind gerade die talentiertesten Spieler besonders besonnen, wenn es um Vertragsverlängerungen geht. In einem kürzlich ausgetragenen NHL-Spiel – dem 520. seiner Karriere – trug Quinn Hughes dazu bei, dass die Minnesota Wild einen 4:2-Sieg gegen die Vancouver Canucks einfuhren. Mit dieser Leistung überschritt er die Marke von 500 Karrierepunkten und avancierte damit zum siebtschnellsten Verteidiger in der NHL-Geschichte, der diesen Meilenstein erreichte. Minnesota Wild hatte zuvor seine Absicht geäußert, den Vertrag zu verlängern, doch Quinn Hughes überlegte noch, ob er das NHL Trikot weiterhin tragen sollte, da er sich noch nicht vollständig vorbereitet fühlte.
Der Gewinn einer NHL-Meisterschaft ist eine enorme Herausforderung. Mit 27 Jahren befindet sich Hughes in einem Alter, in dem er es sich nicht mehr leisten kann, einfach abzuwarten – anders als vielleicht noch mit 18. Seine Zeit bei den Vancouver Canucks hat ihm einen realistischen Blick auf die Beziehung zwischen Spielern und Organisationen vermittelt: Ein Spieler mag zwar die besten Jahre seiner Jugend einem Team widmen, doch für das Team steht letztlich stets der Wert und der Nutzen im Vordergrund, den der Spieler liefert. Es ist nun über ein Jahr her, doch Hughes hatte bislang kaum die nötige Ruhe, um zu reflektieren, wie seine Zeit bei den Vancouver Canucks tatsächlich zu Ende ging.
Seit Quinn Hughes das Minnesota Wild Trikots trägt, versucht er, sich abzulenken, um nicht über die negativen Erlebnisse nachdenken zu müssen. Er hat das Gefühl, alles für die Vancouver Canucks gegeben zu haben – nur um am Ende aussortiert zu werden. Da sein ursprünglicher Vertrag bei den Canucks noch eine Laufzeit von einem Jahr hat, möchte er diese Zeit zunächst abwarten, bevor er über das nächste Kapitel seiner Karriere entscheidet. Für eine Vertragsverlängerung bei den Minnesota Wild fühlt er sich noch nicht bereit; das Ganze käme ihm zu überstürzt vor. Tatsächlich ist sein Ansatz durchaus vernünftig – es spricht nichts dagegen, erst einmal die bestehenden vertraglichen Verpflichtungen vollständig zu erfüllen, bevor man eine neue Entscheidung über die eigene Zukunft trifft.